Messtechniken

Da es für die Diagnose unerlässlich ist, neben seinem gesunden Menschenverstand auch technische Hilfsmittel zur Diagnose von Feuchtigkeitsvorkommen in Gebäudemauern zu benutzen, werden vier sehr gebräuchliche Verfahren deswegen exemplarisch vorgestellt.

I.) ohne Zerstörung des Gesteins
Dielektrizitätsmessung

Dabei sendet ein Messgerät im MHz-Bereich elektromagnetische Wellen aus, die im Mauerwerk gebrochen oder reflektiert werden. Durch die große Dielektrizitätskonstante von Wasser gegenüber der vom Mauerwerk wird damit hauptsächlich Wasser diagnostiziert. Die Dielektrizitätskonstante gibt an, um wieviel sich die Kapazität eines Kondensators erhöht, wenn zwischen die Platten ein Stoff mit dielektrischen Eigenschaften geschoben wird.

II.) mit geringer Zerstörung des Gesteins
Leitwertmessung

Hier wird sich die Tatsache zu Nutze gemacht, dass trockenes Gestein ein guter Isolator ist und den Strom schlecht leitet. Je feuchter nun ein Gestein ist, desto geringer wird der Widerstand. Technisch gesehen handelt es sich bei dem Leitwert (Einheit Siemens) um den Kehrwert des Widerstands. Bei der Leitwertmessung wird das Messen von höheren Widerständen (im Gegensatz zur Widerstandsmessung) möglich. Durch Fixieren von Messstiften im Mauerwerk ist eine Wiederholungsmessung und damit eine Trendmessung sofort durchführbar.

III.) mit Zerstörung des Gesteins
CM - Messung

Hier wird eine Bohrmehlprobe oder zerkleinerte Gesteinsbruchstücke mit einem Reagenz (Calziumkarbid) in einer Druckflasche vermischt. Das Wasser der Gesteinsprobe reagiert dabei vollständig unter Bildung von einem Gas: Acetylen. Der dabei entstehende Überdruck in der Druckflasche gibt den Feuchtigkeitsgehalt an. Eine reproduzierbare Wiederholungsmessung an gleicher Stelle ist nicht möglich, nur an einer dicht daneben liegenden.

lV.) mit Zerstörung des Gesteins
DARR - Messung

Bei der als Darr-Methode bekannten gravimetrischen Feuchtig- keitsbestimmung wird vom Baustoff eine Probe genommen. Diese Probe wird gewogen und anschließend bei etwa 105°C in einem Trockenofen getrocknet. Dabei entweicht das in der Probe enthaltene freie Wasser. Nach dem Trocknen kann nach erneutem Wiegen so der Wassergehalt festgestellt werden. Damit hat man den Durchfeuchtungsgrad des Baustoffes ermittelt.  Es lässt sich allerdings nicht schnell auf der Baustelle durchführen.